TENERIFFA

Insel trifft Berge trifft Mars trifft Grün.

Ich hätte nicht gedacht, dass Teneriffa so vielseitig ist…

Geologisch eine Vulkaninsel. Geografisch Afrika. Politisch Spanien. Touristisch die „Insel des ewigen Frühlings“. Und vielseitig soll sie sein.

Ich war gespannt und auch ein wenig skeptisch.

Natürlich hab ich mich irrsinnig gefreut auf diesen Familienurlaub, und das Urlaubsbarometer war schon weit hinter dem Anschlag. Reif für die Insel – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich war schon einmal auf den Kanaren – aber das ist schon eine ganze Weile her. Als Kind. Dazwischen lag vor allem viel Irland, Schottland, und Nordsee (Also viel Insel-Gefühl und viel Grün). Jetzt also endlich mal wieder weiter weg (Obwohl das Flugzeug jetzt auch nicht sooo viel größer war…). Und jetzt eine Vulkaninsel.

Natürlich liest man vorher viel, redet mit Menschen (nicht schwer jemanden zu finden, der schonmal da war – mein Zahnarzthelfer zum Beispiel) und schaut sich Bilder an. Selbstredend. Klang alles super. Aber so richtig glauben konnt ich´s nicht mit der Vielseitigkeit. Sagt man doch immer.

Ich sollte vom Gegenteil überzeugt werden und gehöre jetzt auch zu den Menschen, die von der Vielseitigkeit von Teneriffa schwärmen.

Meine Kamera(s) hatte ich natürlich dabei, und so konnte ich ein paar schöne Momentaufnahmen einfangen: von einer wunderbaren Insel, die tatsächlich nicht nur werbewirksam „vielseitig“ ist. Dies soll kein Reisebericht sein – dafür war es ja hauptsächlich ein Familienurlaub – aber ein paar schöne Aufnahmen sind dann doch entstanden.

Licht, Kontrast und Farbe

 

Kontraste machen für mich die Insel aus. Kontraste zwischen Kargheit und Üppigkeit, zwischen unwirklicher Mond- (wahlweise Mars-) Landschaft und dem saftigen Grün der Wälder und Sträucher, zwischen trockenem Süden und feuchtem Norden, zwischen Einfarbigkeit von Grün und Braun und der Buntheit von Häusern und Pflanzen, zwischen blühendem Leben in der Natur und der Patina vieler in die Berghänge gebauten Häuser.

Die farbigen Häuser wirken besonders schön im morgendlichen Licht oder den diffusen Sonnenstrahlen zwischen den Wettern. …Denn das Wetter war ganz schön abwechslungsreich. Zumal im „weniger sonnigen, dafür grünen“ Norden, in dem wir unser Hauptquartier hatten.

Das Wort „Passatwolke“ sollte zu einem DER Wörter des Urlaubs werden, denn wir hatten EINE davon eigentlich immer über uns oder um uns herum.

Eigentlich haben wir IN ihr gelebt.

 

Wie eindrücklich es aussieht, wenn die Passatwolken über den Bergkamm „schießen“ kann man nicht in einem Bild festhalten. Wie aus einer Schneekanone kommt der weiße Nebel den Berg hochgeschossen um sich dann auf der anderen Seite wieder niederzulassen, bzw. sich zu verflüchtigen. Sehr eindrucksvoll.

Grün ist nicht gleich Grün. Auch auf Vulkaninseln regnet es…

Dass ich mal auf einer Vulkaninsel  so stark von der Intensität und der Vielfalt von Grün in der Natur geflasht, werde hätte ich nicht gedacht. (Ich war mal eine ganze Zeit in Irland…) Aber es stimmt: Der Norden und seine Gebirge sind vielfältig und sehr grün. Auf manchem Pfad fühlt man sich sogar auf die Isle of Skye versetzt (leider keine Bilder, weil zu schlechtes Wetter und gesperrte Wege).

Ich bin eigentlich gegen solche Vergleiche („das ist ja wie in…“), denn die Natur wollte ja nichts machen, das wie in Schottland aussieht – dennoch konnte ich mich an dieser Stelle diesem Gedanken nicht widersetzen (und es ist ja auch als Kompliment gemeint). ;-)

Auf ganz eigene und besondere Weise fügen sich die Farben in die Landschaft und Linien der Insel ein. Genauso wie die Natur selbst tun es die Menschen mit ihren Häusern und Siedlungen – manchmal so sehr, dass die „Höhlensiedlungen“ mit Häusern, die nur aus häuslichen Fassaden bestehen und sonst eben echte Höhlen sind, zur Touristenatraktion geworden sind.

Wenn auch die neuen Straßen dorthin nicht wirklich „natürlich“ sind, sondern oft (nicht immer!) gut und neu geteert, so fügen sie sich dennoch schlängelnd dem Möglichen. Letztlich bestimmt auch hier die Natur den Weg. (Der Miet-SUV sollte sich dabei von einem „wir-gönnen-uns-mal-was“ zu einem „das-war-ja-wohl-das-Mindeste“ etablieren).

Die Vegetation und die Topographie bestimmen auch in den Ortschaften die Besonderheiten (für die Bewohner wahrscheinlich eher plagende Sorgen), fotografischen Aussichten  und ganz eigenen Details.

 

Pico del Teide – kurz, „der Pico“.

 

Im Zentrum der Insel steht der Teide. Er ist der höchste Berg der Insel – sogar der höchste Berg Spaniens – was sich irgendwie unrelevant und konstruiert anhört, weil Spanien ja ein bisschen weit weg ist, aber die Statistik will es so.

Der Pico ist ein bisschen so wie der Kölner Dom – er dominiert das Inselbild und eigentlich die ganze Mentalität und man sieht ihn von überall her. Eigentlich. Denn das Wetter und der Pico haben uns eine Woche warten lassen, bis sie den Weg und den Blick mal frei gemacht haben. Um so erhabener und ergreifender die Momente bei morgendlicher aufgehender Sonne und späterem klaren Himmel.

Der Pico ist eingebettet in eine riesige Mars- und Mondlandschaft (UNESCO Weltnaturerbe!) – ein riesiges Vulkan-Plateau, in dem man sich in einer anderen Welt fühlt. Unwirklich, wenn man reinkommt, viel lebendiger, wenn man sich ein wenig darin aufhält und surreal, wenn man abends wieder auf der Terrasse sitzt.

Mike Oldfield: Mount Teide

Ein paar Schnappschüsse.

 

Sowohl die Tier- als auch die Menschenwelt boten uns tolle und interessante Momente und Einblicke und einen wunderbaren Urlaub.

Der Rest ist Schweigen Strand.

 

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